Es gibt viele Sprachen, die ein Genus unterscheiden, deren Nomen also ein Geschlecht haben. Im europäischen Kontext betrifft dies vor allem die indogermanischen Sprachen. “Geschlecht” ist dafür vielleicht ein eher fehlleitender Begriff, denn ein “Tisch” ist nicht von Natur her ‚männlich‘. Dies sieht man auch, wenn man sich la table im Französischen anschaut, wo es weiblich ist. Daher nennt man sie eigentlich Genus (Pl. Genera), was vom Lateinischen „genus“ kommt, das eher Art oder Gattung bedeutet denn Geschlecht und daher neutraler ist, da Genera eher als eine Klassifizierung von Nomen aufzufassen sind, woraus sie historisch auch erwachsen sind, als wirkliche geschlechtliche Zuschreibungen bezeichnen. Ihnen sind lediglich später Geschlechterkategorien zugeordnet. Auf der Welt gibt es viele Varietäten einer Nomenkategorisierung. Viele Sprachen unterscheiden gar keine Genera wie Chinesisch, Finnisch und Englisch (zumindest überwiegend*). Es gibt Sprachen, die haben etwas mehr als drei Genera (wie Tamil, das ca. 5 Wortklassen unterscheidet) und es gibt Sprachen, die haben eine große Fülle von Nominalkategorien, wo sie dann bestimmte Kriterien beschreiben wie Abstrakta, Form, Beschaffenheit etc. Solche Sprachen finden sich zum Beispiel in Afrika, s. Kisuaheli, oder auch in Australien.
Im Zusammenhang mit dem Sprachenlernen stellen die Genera einer Sprache den Lerner oft vor einigen Schwierigkeiten. Denn auch wenn das Deutsche Genera unterscheidet (“der Hase”, “die Flasche”, “das Kind”) so heißt das nicht automatisch, dass diese Wörter zum Beispiel im Russischen, das auch drei Genera hat, ebenfalls das gleiche Genus haben. Diese Unterschiede sind oft auf gewisse einzelsprachliche Regeln und geschichtliche Unterschiede in der Entwicklung zurückzuführen. In den meisten Fällen muss das Genus dann einfach auswendig lernen. Sind die Sprachen miteinander verwandt, ist dies manchmal sogar schwieriger, weil es sogenannte „Kognate“ gibt, also Wörter, die die gleiche Herkunft haben. Der Lerner neigt dann dazu das Genus seiner Muttersprache auf das gleiche/ähnliche Wort in der zu lernenden Sprache zu übertragen.
Zum Beispiel würde ein Franzose beim Lernen des Deutschen zuerst „der Telefon“ sagen, weil téléphone männlich ist (le téléphone), im Deutschen aber sächlich. Desto ähnlicher sich Sprachen sind, umso häufiger kommen diese sogenannten Interferenzen zustande und bilden auch für nah verwandte Sprachen ein Problemfeld, das nicht zu unterschätzen aber durch bestimmte Methoden gut händelbar ist.
Schwieriger ist es, wenn die eigene Muttersprache keine Genera unterscheidet. Für solche Sprecher ist es schwieriger, die Kategorie “Genus” überhaupt zu erlernen. In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit Methoden des Genuslernens, die es einem einfacher machen sollen, diese Kategorien zu verinnerlichen und zu behalten. Die meisten dieser Methoden eignen sich natürlich nicht nur für das Lernen vom Genus, sondern auch für so etwas wie Deklinations- oder Konjugationsklassen und anderem. Die Methoden könnten auch so kombiniert werden, dass die eine Methode für das Genus steht, die andere für die Deklinationsklasse oder je nachdem, welche Zusatzinformation man zur Vokabel zu lernen hat.
Zur einfacheren Navigation findest du rechts die Links zu den einzelnen Textstellen in diesem Artikel.
_____________________________________________________________________________
Methode 1: Verortung
Bei der Verortung stellt man sich das Land, dessen Sprache man lernt, so vor, dass man die einzelnen Geschlechter auf verschiedene Seiten des Landes verteilt. Das ähnelt in einigen Punkten der „LOCI-Methode“ aus der Mnemonik. Man kann dabei ungeachtet jeglicher Realität den einzelnen Regionen des Landes Eigenschaften zuschreibt und Sachen unterstellen, um es sich so einzuprägen. Ich illustriere dies mal am Schwedischen, das zwei Genera unterscheidet: das Ultrum (männlich und weiblich zusammen) und das Neutrum, die die jeweiligen unbestimmten Artikel en (Ultr.) und ett (Neutr.) haben.
Für die Ultrum-Wörter habe ich den Norden genommen (en hat ein „n“ wie Norden – als Eselsbrücke) und für die Neutrum-Wörter den Süden.
„Stadt“ ist ein en-Wort: en stad –> Ich stelle mir vor, dass nur im Norden Städte vorkommen.
„Gebirge“ ist ein ett-Wort: ett fjäll –> Ich stelle mir vor, dass im Süden stattdessen nur Gebirge sind.
„Weltkrieg“ ist ein ett-Wort: ett världskrig –> Ich stelle mir, dass der 2. Weltkrieg vom Süden Schwedens seinen Ausgang hatte.
„Mütze“ ist ein en-Wort: en mässa –> Ich stelle mir vor, dass die Nordschweden nördlicher liegen und wegen der niedrigeren Temperaturen stets eine Mütze tragen müssen.
Desto detailreicher man sich so etwas vorstellt, umso besser und länger prägt es sich. So kann man sich ganz genau vorstellen, inwiefern der 2. Weltkrieg im Süden seinen Anfang nahm, vielleicht führte ein einzelnes Ereignis dort dazu, vielleicht kann es mit anderen ett-Wörtern verbunden werden. Zum Beispiel gab es auf dem Marktplatz (ett torg) einen Stand (ett stånd), der Opfer eines Raubes (ett rån) wurde und sich dies so sehr aufgeschaukelt hat, dass es zum Weltkrieg führte. (Siehe Methode 2, wo dies näher beschrieben wird.) Wie absurd eine solche Geschichte ist, spielt gar keine Rolle – ausgefallen ist manchmal sogar besser. Besonders anstößige Geschichten behält man besser, weil wir mehr Sinnesinformationen damit verbinden. Baue daher unbedingt Dinge wie Sex, Vorurteile, Beleidigungen etc. mit ein, du wirst es dir besser merken können.
Manchmal spielen sich einzelne Verortungen auch ziemlich gut zu, sodass man dann Gegenteile hat und die auf verschiedene Orte aufteilen kann. „Bein“ ist ein ett-Wort (ett ben) man kann sich vorstellen, dass im Süden alle ihre Beine trainieren oder gar keine Beine haben. Außerdem sind Beine immer unten (südlich) an einem Körper. Der „Arm“ ist ein en-Wort (en arm) und sind oben am Körper im Gegensatz zum Bein, bzw. kann man sich vorstellen, dass alle Nordschweden im Fitnessstudio nur die Arme trainieren. Oft ist diese Aufteilung aber nicht der Fall, dann muss man sich eine andere gute Geschichte überlegen.
Eine andere Methode, die noch mehr in die Richtung der fortgeschrittenen „Mnemonik“ geht, ist die einer Sprachstadt. Dabei verbindet man mit jeder Vokabel bestimmte Schlüsselwörter, um sich die Vokabel selbst zu merken (s. Schlüsselwortmethode) und verortet dieses Wort (inkl. Schlüsselwort) dann in einem bestimmten Stadtteil einer fiktiven oder bekannten Stadt, das für ein bestimmtes Genus steht.
Wenn man sich die Stadt Hamburg als Stadt für eine bestimmte Sprache nimmt (eine Stadt kann dann für eine ganze Sprache benutzt werden, und möglichst nur für eine), so kann man sich Hamburg-Mitte für das männliche Genus vorstellen und sich mit dem tschechischen Wort stůl (männlich) –> der Tisch ausmalen, wie in Hamburg-Mitte keiner einen Stuhl hat und deswegen auf dem Tisch sitzt (weil stůl wie Stuhl aussieht). Unter „Sprachstadt“ findest du mehr Informationen über diese Methode.
Eine Abwandlung der Sprachstadt ist ein kleineres Format, bei dem man sich pro Genus einen bestimmten Ort vorstellt und dort das Wort, wahlweise inklusive seines Schlüsselwortes, verortet. Geschlechtliche Endungen können dabei als Merkhilfe oft die Anfangsbuchstaben für Orte (wie Gebäude, Länder, Städte, Zimmer, Kontinente etc.) sein. Für Latein wäre das zum Beispiel folgendermaßen:
Die weiblichen Nomen imaginiere ich in Afrika wegen der Endung -a, die männlichen in den Vereinigten Staaten wegen der Endung -us für United States (US) und die sächlichen Nomen in Europa wegen der Endung -um, die zwar weit hergeholt für „Umland“ stehen könnte, aber so eine Aufteilung ist schnell auswendig gelernt. Das sähe dann so aus:
Latein: aqua (weiblich) –> Wasser: In vielen Teilen von Afrika gibt es sehr wenig Wasser, eines der größten Problemen in diesen Gebieten.
Latein: amīcus (männlich) –> Freund: Ich stelle mir vor, dass alle meine Freunde weggezogen sind und in die USA ausgewandert sind. (Wenn ich mir die Traurigkeit der Einsamkeit gut ausmale, ist diese Merkhilfe schnell eingeprägt.)
Latein: gaudium (sächlich) –> Freude, Vergnügen: Ich stelle vor, wie in Europa alle ausrasten, sich freuen und auf den Straßen tanzen.
Desto lebhafter und für einen selbst logisch verknüpft diese Zuweisungen sind, desto besser sind sie eingeprägt. Das hat auch großen Einfluss darauf, wie oft diese Begriffe inklusive Merkhilfe wiederholt werden müssten.
Methode 2: Geschichten
Bei der Geschichten-Methode werden bestimmte Klassen von Wörtern in eine Geschichte verbaut. So kann man zum Beispiel alle Wörter des einen Geschlechts durch eine Geschichte verbinden. (Diese Methode gleicht auch der LOCI-Methode aus der Mnemonik. Es lohnt sich also hier mal vorbeizuschauen.) Wie du bei der ersten Methode schon gesehen hast, lässt sich diese Methode gut mit der Verortung verbinden. Man kann damit variieren, dass man entweder nur alle Nomen in eine Geschichte einbaut, die sich von der eigenen Muttersprache unterscheiden, oder alle Nomen eines bestimmten Genus. Vor allem bei Sprachen mit zwei Genera bietet sich die erste Variante an. Hier ein Beispiel für Niederländisch, wo nur die abweichenden Genera in eine Geschichte eingebaut werden (da es im Grunde nur noch zwei Genera gibt):
Ich ging am Strand (het strand) entlang und habe einen Anker (het anker) gefunden. Ich wollte ihn hochheben, aber er war aus Zement (het cement). Als ich das versucht habe, verletzte ich mir das Knie (de knie). Es fuhr glücklicherweise ein Auto (de auto) vorbei. Es war ein Taxi (de taxi). Ich fragte nach einem Verband (het verband), es gab aber nur ein Pflaster (de pleister).
Dabei ist es wichtig, dass nur Nomen vorkommen, die auch beabsichtigt sind. Sonst merkt man sich wohlmöglich falsche Genus-Zuweisungen. So eine Geschichte kann manchmal zu komischen Formulierungen führen, aber wenn man sich die Geschichte merkt, sollte man besonderen Augenmerk auf die genannten Begriffe werfen und sie sich so detailreich wie möglich vor dem inneren Augen visualisieren. Dann ist die Geschichte auch einfacher einprägsam.
Die PRO-Version wäre es dann, sich die Geschichte auf Niederländisch, bzw. der jeweiligen Sprache, einzuprägen. Das hätte vielleicht einen größeren Lerneffekt, ist aber auch gerade für Anfänger sehr viel schwerer.
Methode 3: Grafische Aufmachung
Vor allem für den visuellen Lerner eignet sich eine grafische Aufbereitung der zu lernenden Wörter. Dabei kann man mit Tabellen, Farben, Symbolen und anderem arbeiten. Vor allem wenn man mit der Hand Vokabellisten (zum Beispiel in einem Vokabelheft) anfertigt, prägt sich das wegen des Selbstschreibens und der unregelmäßigen Form der Schrift viel besser ein als etwas Gedrucktes.
So kann man zum Beispiel für jedes Geschlecht eine eigene Farbe nehmen und benutzt einen Textmarker und markiert in dieser Farbe alle weiblichen Nomen und in einer anderen alle männlichen. Wer visuell gut lernen kann, prägt sich so auch die Farben der Nomen gut ein.
Man kann auch bestimmte Tabellen für die einzelnen Nomen machen, bei der man zum Beispiel die männlichen auf die linke Seite schreibt und die weiblichen auf die rechte Seite im Vokabelheft. Oft merkt man sich beim Lernen und Wiederholen ohnehin die vorigen und folgenden Vokabeln im Verbund und der visuelle Eindruck der Aufteilung kann helfen, sich das jeweilige Genus besser zu merken. Man kann natürlich die anderen Methoden wie farbliche Markierung oder die obigen Methoden zusätzlich benutzen, um den visuellen Stimulus zu vergößern.
Da das eigene Schriftbild besser einprägsam ist, kann man auch für jedes Geschlecht eine Abwandlung der eigenen Schrift benutzen, zum Beispiel kann man männliche Nomen mit nach rechtsgeneigter Schrift schreiben und weibliche nach links geneigt. Oder man schreibt weibliche in Schreibschrift und männlich in Druckschrift.
Methode 4: Sprachspiel mit der eigenen Muttersprache
Um sich bestimmte Genera kann man auch mit der eigenen Muttersprache etwas rumspielen. Die eine Möglichkeit ist es, möglichst Übersetzungen des gleichen Genus zu finden:
Französisch: la table (weiblich) –> die Tafel (nicht der Tisch)
Französisch: le pain (männlich) –> der Brotlaib (nicht das Brot)
Französisch: la chaise (weiblich) –> die Sitzgelegenheit (nicht der Stuhl)
Diese Methode ist natürlich begrenzt und oft irreführend, da es für Brotlaib natürlich auch eine französische Übersetzung gibt (la miche de pain), die nun leider weiblich ist. In Einzelfällen bietet sich diese Methode aber an, wenn die muttersprachlichen Begriffe nahe beieinander liegen und eher Synonyme sind.
Eine Abwandlung dieser Methode wäre es, Komposita (also Nomen+Nomen-Verbindungen) zu nehmen, bei denen das zweite Element ein mit der Zielsprache ein übereinstimmendes Genus hat, aber man sich von vorneherein sagt, dass es nicht zur Bedeutung beiträgt.
Italienisch: il cellulare (männliche) –> der Handyapparat (Es zählt das Element „Handy“, „-apparat“ dient nur dazu, das Geschlecht auf das muttersprachliche Element zu übertragen.)
Tschechisch: město (sächlich) –> das Stadtgebiet (nicht die Stadt)
Auch diese Methode ist begrenzt und es ist nicht garantiert, dass sich so Begriffe besser einprägen lassen. Vor allem ist es schwierig, wenn man mit mehreren Methoden arbeitet, sich zu merken, dass hierbei das letzte Element nicht zur Bedeutung beiträgt.
Die dritte Variante, die ich hier noch erwähnen will, wäre es, auch in der Muttersprache das dann falsche Geschlecht zu benutzen:
Französisch: la cage (weiblich) –> DIE Käfig
Isländisch: tölva (weiblich) –> DIE Computer
Man kann sich dabei vorstellen, dass man einen Menschen aus diesem Lande vor sich hat, der Deutsch lernt und solche Fehler macht. Dabei muss beim Lernen bewusst viel Fokus auf den Artikel legen. Bedingt wäre diese Methode dann auch kombinierbar mit anderen, da man als Muttersprachler weiß, dass es das falsche Genus ist.
Natürlich ist sowieso immer zu empfehlen, den Artikel beim Lernen der Vokabel mitzulernen, vorausgesetzt die Sprache hat unbestimmte oder bestimmte Artikel. Unterstützend mit den anderen Methoden kann die Vokabel inklusive ihres Artikels sowieso besser behalten werden, wenn versucht wird, die Vokabel „efervescente“ (Spanisch für „Brause“) inklusive seines Artikel auswendig zu lernen: el efervescente. Man wird nicht immer den Artikel dadurch behalten, wohl aber häufiger als es ohne zu tun.
Fazit
Man muss sagen, dass von vielen Lernern, besonders solchen, die sich eher darin sehen, eine Sprache lernen zu ‚müssen‘ (z. B. in der Schule), das Lernen von Nomenkategorien wie dem Genus oft vernachlässigt wird, weil sie als lästiges Anhängsel gesehen werden. Wenn man aber bestimmte Methoden benutzt, kann man den Aufwand, um sich Zusatzkategorien wie das Genus zu merken, erheblich geringer halten und wenn man es gleich ordentlich angeht, verringert sich der Frust, auch für die, die eine Sprachen lernen ‚müssen‘.
In vielen Sprachen ist es von wichtiger Bedeutung, auch das richtige Genus zu einem Nomen zu kennen, da davon auch andere Dinge abhängen wie die Verbflexion oder auch die Fallendungen. Zwar wird kaum ein Sprecher der Zielsprache dich wegen einer falschen Genuszuweisung wirklich kritisieren, und in den meisten Fällen sind auch Missverständnisse durch ein falsches Genus selten. Wenn man jedoch ein ordentliches Sprachniveau anstrebt, ist es wichtig, auch die richtige Genuskategorie zu kennen.
Es empfiehlt sich unbedingt, sofort ab dem Beginn des Sprachenlernens mit dem Genuslernen anzufangen. Es ist weitaus schwieriger für bereits gelernte Wörter ein Genus zuzuweisen, da man meist keine Ahnung hat, welche Wörter bereits gelernt wurden und es schwerer ist, sich mit bereits gelernten Wörtern wieder zu beschäftigen, um ihnen eine Kategorie zuzuweisen. Wenn man mit dem Sprachenlernen beginnt, beschäftigt man sich ohnehin bereits mit dem Wort, daher sollte man auch gleich alles Mögliche im gleichen Abwasch machen, das ist weitaus frustfreier.
Ich will hier noch ein paar Worte über das Wiederholen von Vokabeln verlieren. Mehr dazu findet ihr im Artikel selbst –> Wiederholungen. Auch selbst mit den besten Methoden ist man seltenst davor gefeit, die Vokabeln oder Inhalte auch nach gewisser Zeit wiederholen zu müssen. Im eigentlichen Artikel darüber findest du einen guten Plan, wie man Vokabeln wiederholt. Hier möchte ich nur sagen, dass diese Methoden vor allem dazu dienen, den Aufwand für Wiederholung zu reduzieren, ihn aber nicht ersetzen können. Zwar ist etwas mehr Aufwand, sich bei jeder Wiederholung des Inhalts auch die Merkhilfen dazu einzuprägen, aber ist dieser Aufwand nicht gleichzusetzen mit dem Aufwand, den man ohne diese Merkhilfen hätte. Um den Frust über ein vergessenes Genus oder eine Kategorie gering zu halten, ist das Wiederholen auch sehr zu empfehlen. Ohne ist auch die beste Merkhilfe für die Katz‘.
_________________________________
* Englisch hat im Grunde kein Genus mehr. Da ohnehin meist jegliche Nomenflexion verloren gegangen ist, wird auch nicht mehr nach Genus unterschieden. Das einzige, woran Genus noch erkennbar ist, sind sogenannte „anaphorische Pronomen“. Das sind Personalpronomen die Rückbezug auf ein vorher genanntes Nomen nehmen: „An der Ecke sitzt eine Katze. Sie ist schwarz.“ sie ist hier ein anaphorisches Pronomen, das sich auf die Katze rückbezieht. Im Englischen können bestimmte Klassen von Nomen dadurch noch ein Genus annehmen. So können einerseits Tiere dadurch männlich oder weiblich werden. Aber auch Fahrzeuge u. a. mit persönlichem Bezug wie das eigene Auto oder das eigene Boot können weiblich werden: „That’s my new boat. I already love her.“