Wie viele Sprachen gibt es?
Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Es wird davon ausgegangen, dass es zwischen 6.500 und 7.000 Sprachen gibt. Das Problem ist, dass es nicht immer einfach ist, zwischen Dialekt und Sprache zu unterscheiden. (s. u.) Dies ist keineswegs eine statische Zahl. Zurzeit sterben enorm viele Sprachen aus; viele Forscher gehen davon aus, dass bis zum Jahre 2100 bis zu 50% aller Sprachen verschwunden sein werden. (Pessimistische Schätzungen gehen sogar von 90% Verlust aus.) Das bedeutet, dass ca. alle zwei Wochen mindestens eine Sprache stirbt.
Was ist ein Dialekt und was ist eine Sprache?
Wie oben bereits erwähnt, ist es oft schwer, zwischen diesen beiden Begriffen zu unterscheiden. In der Sprachwissenschaft spricht man daher bei beiden von einer Varietät, da sowohl Dialekt als auch Sprache komplette Systeme von Kommunikation sind, die sich mal mehr und mal weniger gleichen können. Im Volksmund wird dahingegen der Dialekt oft mit negativen Konnotationen verbunden und hat ein schlechtes Prestige. Die (Hoch-)Sprache steht dann oft über einem Dialekt und wird als „besser“ erachtet. Meist muss die Frage individuell geklärt werden und führt nicht oft zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen beiden Seiten. Die Linguistik bietet dazu allerdings ein paar Referenzrahmen an, anhand derer man die Frage einfacher klären kann.
Gibt es einfache und schwere Sprachen?
Diese Frage kann man objektiv nicht beantworten. Für viele Laien ist oft die Komplexität von zum Beispiel Verbformen o. a. ausschlaggebend. Allerdings kann sich dieses Argument nur schwerlich halten. Ob jemandem eine Sprache leicht fällt oder nicht ist immer von der Nähe zu seiner Muttersprache abhängig. Einem Spanier fällt das Italienische zum Beispiel sehr viel leichter als das Finnische, weil Spanisch und Italienisch eng verwandt sind. Einem Finnen fällt dahingegen das Estnische sehr viel leichter als das Spanische, weil es mit diesem verwandt ist.
Auch wenn bei manchen Sprachen wenig Formenreichtum herrscht wie im Indonesischen, wird dies meist durch andere Dinge ausbalanciert. Daher muss dies nicht immer für die „Einfachheit“ einer Sprache stehen. Wenn man also eine einfache Sprache lernen will, dann kann man im näheren Verwandtschaftsfeld der eigenen Muttersprache schauen. Manche gehen auch den Weg über Brückensprachen; wenn sie eigentlich eine ferner verwandte Sprache lernen wollen, lernen sie zunächst eine Sprache, die irgendwo zwischen dieser und der eigenen Muttersprache steht. Dann fällt der Unterschied zur Wunschsprache nicht mehr so schwer.
Wieso sollte ich eine Sprache lernen?
Ganz einfach: Sprachenlernen hat eine Reihe kognitiver Vorteile. Durch das aktive Lernen werden eine Vielzahl von neuen neurologischen Verbindungen geknüpft und kognitive Prozesse trainiert. Vielen fällt es erstens einfacher danach andere Sprachen zu lernen und zweitens sich allgemein neue Dinge anzueignen. Ein anderer Vorteil ist die Multilingualität. In einer globalisierenden Welt ist es von enormer Wichtigkeit, sich untereinander zu verstehen. Immer mehr Menschen wachsen bi- oder trilingual auf und man geht mit dem Geist der Zeit, wenn man neue Sprachen lernt. Und als dritter Grund sei das große Sprachensterben zu erwähnen, gegen das jeder seinen Beitrag leisten kann, wenn man eine Regional- oder Minderheitensprach lernt. Sprache ist auch immer Kultur und Identität; eine neue Sprache zu lernen, bedeutet daher auch immer, sich mit verschiedenen Kulturen auseinander zu setzen und seinen Weitsinn zu schärfen. Vorurteile entstehen meist durch Unwissen, Sprachenlernen kann dabei helfen.
Welche Sprache sollte ich lernen?
Aus der linguistischen Perspektive sei natürlich betont, dass keine Sprache lediglich ihrer wirtschatlichen Nützlichkeit nach zu bewerten sei. Darüber hinaus muss jeder selbst schauen, was er durch das Sprachenlernen erreichen will. Wenn es darum geht, in der wirtschaftlichen Berufswelt Erfolg zu haben, bieten sich sicherlich die großen Europa-/Weltsprachen wie Englisch, Spanisch, Chinesisch oder auch Deutsch an. Für den, der sich für verschiedene Kulturen interessiert, kann natürlich im Grunde jede Sprache in Frage kommen. Auch für die, die sich generell einfach für das Sprachenlernen interessieren, kann man schwer Verallgemeinerungen machen. Hier muss jeder subjektiv entscheiden. Manche finden, dass eine Sprache besonders schön klingt, interessante Grammatikphänomene hat, eine schöne Schrift hat oder ein größeres Ausdrucksvermögen hat. Aber dazu kann man schwer Tipps geben, da kann man eher nur in sich selbst hineinschauen.
Wie lerne ich eine Sprache?
Gute Frage. Es gibt ganze Studiengänge wie die Sprachlehrforschung, die sich diesem Thema widmen. Einigkeit herrscht darüber nicht immer. Dazu kommt, dass jeder unterschiedlich lernt, manche brauchen visuellen Input, manche auditiven und andere wiederum lernen besser audio-visuell. Die Maxime ist, dass vor allem Fokus, Intensivität, Wiederholung und Motivation am wichtigsten für das Sprachenlernen sind. Für viele dieser Dinge gibt es einige Tipps, Tricks und Methoden, um das Lernen effizienter, leichter und erfolgreicher zu machen. Diesen widmet sich diese Webseite.
Wie lange dauert es, eine Sprache zu lernen?
Auch diese Frage ist schwer zu beantworten und ist von vielen Faktoren abhängig, vor allem wie man lernt und wie viel Zeit man investieren will/mag. So kann man je nach Intensität des Lernens und der subjektiven Schwierigkeit der Sprache nach 3-6 Monaten einfachere Unterhaltungen führen und nach der doppelten Zeit ein Sprachstadium entwickeln, das man als ‚fortgeschritten‘ bezeichnen würde. Wenn man in eine Sprache durch Immersion eintaucht, zum Beispiel im Ausland, kann dies natürlich sehr viel schneller gehen. Um ein Muttersprachen ähnliches Level zu erreichen, wird natürlich weitaus mehr Zeit benötigt.
Welche Materialien sollte ich benutzen?
Es gibt eine Vielzahl von Lehrmaterialien und -ressourcen, die einen davon sind gut, die anderen weniger. Auch auf Deutsch sind viele verschiedene Reihen erschienen wie von Langenscheidt, Lextra oder Kauderwelsch. In unserem Bereich ‚Lehrbücher‘ stellen wir einige Lehrbücher vor und bewerten sie kritisch.