Für die meisten ist Lernen ein Gräuel. Es geht für viele oft mit dem Gedanken an Arbeit, Frust und Pflicht einher. Aber was, wenn dem nicht so sein muss, Lernen Spaß machen kann, effizient und zeitsparend sein kann? Wer lernen will, muss erst Lernen lernen. Dahin soll dich diese Einführung führen. Lernen ist kurz gefasst der ‚Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten‘. Dabei spielen im Gehirn zahlreiche verschiedene Faktoren eine Rolle und beeinflussen den Erfolg des Lernens. Um effizienter zu lernen, gibt es gewisse Lernmethoden, weil diese auf bestimmte Weise diese Faktoren stimulieren und so zu einem besseren Ergebnis führen. Es gibt 5 Grundparameter des Lernens:
1. Sinne
Je mehr Sinne(stätigkeiten) beim Lernen stimuliert werden, desto leichter lässt sich ein Sachverhalt einprägen. Das bedeutet, dass etwas Gelesenes, das dazu noch gehört wird und vielleicht in einem Gespräch mündlich wiederholt wird, bedient mehrere Kanäle. Man nennt dies auch Synästhesie, die Verknüpfung mehrerer Sinneseindrücke. Dazu spielen noch andere Faktoren eine Rolle, die eine Information einprägsamer machen: Bewegung, Assoziationen, Sexualität, Humor, Phantasie, Symbole, Farben, Ordnung/System, Positive Grundtendenz und Übertreibung. Wenn man diese Faktoren in sein Lernen einbringen kann, dann hat man einen weitaus größeren, erfolgsträchtigeren Effekt als beim kreativlosen, stupiden Lernen.
2. Motivation
Doch selbst all das macht wenig Sinn, wenn man nicht zum Lernen motiviert ist und dies wird am meisten unterschätzt. Wenn man sich an die Schule zurückerinnert und für seine Englischprüfung Vokabeln gepaukt hat, dann im Grunde immer, weil man es musste, aber nicht weil man es wollte. Und was war der Effekt? Stundenlange Büffelei, die einen noch umso mehr frustriert, weil man meistens nur sehr mühselig Erfolge verbuchen konnte. Dabei ist Motivation nicht etwas, das einem von außen nur zufällig zufällt, man kann sie sich stets und immer selbst produzieren. Meistens hilft dabei schon, wenn man sich einfach selbst anlügt und einredet, dass man total der Englischvokabelfan ist. Wer es noch überzeugender mag, kann sich dann vor Augen führen, wozu das eigentlich wirklich gut ist, was sich allgemein mit neuem Wissen anfangen lässt, wohin es einen führt und dass kein Lernen umsonst ist, sondern einen immer weiter nach vorne bringt. Und selbst wenn man keinen Sinn im Gelernten erkennen will, so ist das Lernen das selbst Übung genug für zukünftige Lerntiraden und ergo Motivation genug.
Ein zweiter Faktor hier ist auch die Belohnung. Die Motivation, etwas zu lernen, steigt proportional an, wenn wir wissen, dass wir für das Lernen belohnt werden. Diese Belohnung kann auch durch dich selbst kommen. Wenn du dir selbst Regeln aufstellst, wie zum Beispiel eine Lektion noch fertig zu bringen oder noch eine bestimmte Zeit zu lernen, und erst dann das machst, wozu du Lust hast, dann spielt das Belohnungszentrum im Gehirn eine Rolle dabei und wirkt sich positiv auf das Lernen aus.
3. Konzentration
Aber auch mit genug Motivation wird das Lernen nicht einfacher, wenn wir uns dabei nicht konzentrieren. Fokus ist dabei enorm wichtig. Auch wenn wir es gerne können wollen, aber Vokabellernen bei laufendem Fernseher und lauter Familiengespräche wird kaum zu Erfolg führen. Man soll sich nicht stundenlang ins eigene Kämmerlein einschließen, denn das frustriert auch nach einer Weile. Viel eher geht es darum, seine eigenen Möglichkeiten zu reflektieren und nicht zu überschätzen. Meist ist das, was wir wollen, nicht gleich das, zu was wir imstande sind. Wenn wir lernen, dann müssen wir mit unserem ganzen Bewusstsein bei der Sache sein. Dann haben wir genug Fokus, um effektiv zu lernen. Somit brauchen wir auch viel weniger Zeit für die gleiche Lernmenge als würden wir vor dem Fernseher lernen. Konzentration ist etwas, das wir vor allem auch durch Übung erwerben. Das heißt, desto häufiger wir uns in Konzentrationsphasen begeben, umso besser klappt es mit der Zeit.
4. Pausen
Nichts ist wichtiger als Pausen. Das Gehirn ist kein Wunderwerk und hat seine Bedürfnisse. Als Faustregel kann man sagen, dass man auf eine Stunde Lernen ca. 10 Minuten Pause machen sollte. In dieser Zeit kann das Gehirn entspannen, wiederholt unbewusst das Gelernte, schafft Verknüpfungen und kann wieder genug Energie aufbringen, um eine weitere Stunde zu lernen. Wenn man seinem Gehirn keine Pausen gibt, leider die Konzentration darunter und das Lernen wird wieder ineffizient. Auch Schlafen ist enorm wichtig beim Lernen, weil dort das Gelernte ins Langzeitgedächtnis eingespeichert wird (vorausgesetzt es wurde ordentlich gelernt) und es sich erholen kann.
5. Wiederholung
Das Ziel beim Lernen ist es ja, dass es auch längerfristig im Kopf bleibt (außer man lernt für eine Klausur, dann ist für die meisten die Maxime, dass es zumindest bis dahin halten soll). Kaum ein Mensch behält eine gelernte Information allerdings für immer im Kopf, ohne nicht mit Wiederholungen zu arbeiten. Es gibt in der Psychologie die Vergessenskurve (s. u. Theorie des Lernens), die anzeigt, dass der Zeitraum, in der eine Information ins Vergessen gerät immer größer wird, je mehr Wiederholungen stattgefunden haben. Das bedeutet auch, dass die Abstände zwischen den Wiederholungen immer größer werden können. Wenn wir also heute englische Vokabeln lernen, empfiehlt es sich, sie am gleichen Tage vor dem Zubettgehen noch einmal zu wiederholen. Am nächsten Tag ist dann nur noch eine Wiederholung nötig, danach vielleicht nach zwei Tagen und so weiter. Wie und wann welche Wiederholung nötig ist, richtet sich je nach dem Lerner, dem Stoff und den Begleitumständen. Ohne Wiederholung bleibt Lernen sinnlos, weil es zu Vergessen führt.